Alkohol in der Schwangerschaft und seine Folgen

Werdende Mütter sollten während der Schwangerschaft auf Alkohol ganz verzichten, denn sowohl das geringe als auch das häufige oder starke Trinken von Alkohol hat weitreichende Folgen für die Entwicklung und Gesundheit des ungeborenen Kindes. Trinkt eine schwangere Frau schon eine kleine Menge Alkohol, gelangt dies durch die Nabelschnur ungefiltert und direkt in den Blutkreislauf des Ungeborenen und in die Plazenta, über die das Ungeborene mit allen lebenswichtigen Nährstoffen versorgt wird. Schon innerhalb weniger Minuten haben dann sowohl die werdende Mutter als auch das ungeborene Kind denselben Alkoholspiegel. Der Unterschied ist aber, dass der Organismus der Mutter den Alkohol viel schneller wieder abbauen kann. Der Blutalkoholspiegel des Ungeborenen ist also sogar einige Zeit lang höher als der der Schwangeren. Alkohol ist ein Nervengift, dass zu Schädigungen führt, da es die sich im Wachstum befindlichen Nervenzellen des Kindes angreift.

 

Trinkt die Schwangere Alkohol, geht sie damit folgende Risiken ein:

 

- Höheres Frühgeburtsrisiko

- Fehlbildungen

- zu geringes Wachstum des Kindes (Minderwuchs - Untergewicht)

- geringes Geburtsgewicht

- Mangelgeburt (Neugeborener ist viel kleiner und leichter)

- Gesichtsanomalien (Kleiner Kopf, kleine Augen)

- Störungen des zentralen Nervensystems (z.B. Gedächtnisstörung)

- geistige Behinderung

 

Das Krankheitsbild „Fetales Alkoholsyndrom“ (FAS) ist die schwerste Form der Schädigung durch Alkohol. In Deutschland kommen pro Jahr ca. 10.000 Kinder mit fetalem Alkoholsyndrom auf die Welt, welches durch den regelmäßigen Alkoholkonsum Schwangerer verursacht wird. Davon Betroffene kommen mit körperlichen Missbildungen/Entwicklungsstörungen auf die Welt und entwickeln auch Verhaltensstörungen, die oft nicht mehr zu heilen sind.

Zum „fetalen Alkoholsyndrom“ gehören:

- geringes Geburtsgewicht

- Organschäden, z.B. Herzfehler

- Körperliche Missbildungen (Verformungen im Gesicht)

- Verhaltensauffälligkeiten: Leichte Reizbarkeit, Ruhelosigkeit, geringer Saugreflex ...

- Defizite in der geistigen Entwicklung: Konzentrationsstörungen, Lernschwächen, Sprachentwicklungsstörungen, verminderte Intelligenz ...

 

Viele Kinder mit fetalem Alkoholsyndrom sind ihr ganzes Leben lang auf Hilfe, Betreuung und Fürsorge angewiesen.

 

Neben dieser schweren Form gibt es auch noch die sogenannten Alkoholeffekte, die bei der Geburt zum Teil kaum zu erkennen sind. Diese Schäden werden erst im Kindheitsverlauf richtig sichtbar. Hierbei handelt es sich um Gehirnschädigungen, die sich in intellektuellen und motorischen Fehlentwicklungen sowie Entwicklungsverzögerungen zeigen. Leider lassen sich solche Defizite häufig nicht mehr ausgleichen und führen somit zu Behinderungen und Beeinträchtigungen, die lebenslang bestehen bleiben.

 

Quelle: www.9monate.de/schwangerschaft-geburt/gesund-fit/alkohol-in-der-schwangerschaft , S.1-3, 19.01.18

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